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3_Grube Eckefeld

 

Die Lagerstätte

Das Lager im Eckefeld ist das größte in der Gemarkung Giershagen. Es ummantelt auf fünf Sohlenniveaus den Grünsteinsattel. Dieser besteht aus Gesteinen des devonischen Basaltvulkanismus, welche unter Meeresbedeckung gebildet wurden (Eckefeld-Vulkan). Das Hangende besteht aus Schichten des Oberdevon, überwiegend Kalk, aber auch Schiefer.

Wichtigste Grube im Mittelalter

Schon im Mittelalter hat es hier bedeutenden Bergbau gegeben. Er begann mit nicht allzu tiefen Schächten auf der Sattelkuppe im Bereich des späteren Tagebaues. Im Jahre 1558 wird die Grube erstmals urkundlich erwähnt. Die Frau des Andreas Voitlenders kaufte für die Hütte in Wiemeringhausen 18 Fuder Eisenstein vom Eckefeld für 24 Taler.
Der Eckefelder Stein war wegen seiner Qualität sehr begehrt. Im 16. Jh. weisen die Hüttenbücher umfangreiche Lieferungen des Eckefelder Eisenstein zu den Hütten der Umgebung bis zu einer Entfernung von 40 km nach. Um  1600 wurden jährlich bis zu 8000 Fuder gefördert.

Blüte im 19. Jahrhundert

Im 18. Jh. besa­ßen fast alle wichtigen Gewerkenfamilien des Raums Brilon/ Marsberg hier Anteile: die Familien Spiegel zu Desenberg, Ulrich, Sude, Kropff, Kanne­gießer, Unkraut und Natorp.

1848 übernahm die Aplerbecker Hütte aus Dortmund die Grube. Mit einem 71 m tiefen Maschinenschacht erfolgte der Aufschluß von drei Sohlen.

1858 gehörte die Grube Eckefeld mit über 11.000 t Jahresförderung zu den 10 produktivsten von 766 Eisensteingruben im Bezirk Siegen. Das Erz wurde mit Pferdefuhrwerken 40 km zum nächstgelegenen Bahnhof in Boneburg bei Warburg verbracht.

Im Jahre 1872 wurde mit dem Bau des 1600 m langen Bismarckstollens (100 m Sohle) ins Rhenetal die schwierige Wasserhaltung gelöst, die der Grube von Anfang an Probleme bereitete. Durch diesen Stollen wurde dann auch das Erz mit Pferden zur Rhene-Diemeltalbahn transportiert. Um 1890 arbeiteten mehr als 200 Bergleute im Eckefeld. 1907 wurde der Betrieb wegen fehlender Rentabilität vorerst eingestellt.

Im Verbund mit Christiane

Im 20. Jh. gehörte die Grube zum Verbundbergwerk “Christiane”, angebunden durch die 180 m Sohle an die Grube Webel. Der Abbau erfolgte im Bereich zwischen der 100 m- und 180 m-Sohle. 1962 wurde die Grube im Eckefeld endgültig stillgelegt.