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33_Cölestingrube

Ein in Deutschland seltenes Mineral findet man im Mühlental - das Cölestin. Es ist ein durchscheinendes weißes bis bläuliches Mineral im Kristallform.

Im Oberperm befand sich am Mühlental die Küste des Zechsteinmeeres, dessen Randbereiche 4 mal austrockneten. Dadurch bildeten sich jeweils Sulfatgesteine (Gips und Anhydrit) sowie feinkörniges und faseriges Cölestin.

Cölestin enthält Strontium Sr[SO4]. Es wird benötigt für die Herstellung von Medikamenten, bei der Zuckerherstellung und zur Herstellung von Leuchtspurmunition.

Um 1900 wurde bei Schürfungen das Lager bei Giershagen entdeckt und anschließend wohl für kurze Zeit abgebaut. Das Giershagener Lager enthielt circa 10.000 t reines Cölestin von besonderer Qualität.

Es war das einzige abbauwürdige Vorkommen in Deutschland neben der Lagerstätte bei Gembeck (Adorf), die in den 1920er Jahren abgebaut wurde. Weitere Vorkommen gibt es nur noch in England, Spanien, Sizilien, Südafrika und den USA (Erie-See).

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges blieben die Cölestinlieferungen aus dem Ausland aus. 1943 wurde im Mühlental mit dem Aufschluss der einzig verbliebenen Lagerstätte in Deutschland, und später auch mit dem Abbau begonnen (bis 1945 ). Kriegsgefangene und Evakuierte wurden als Arbeitskräfte eingesetzt.

Sichtbar sind heute noch das ehemalige Stollenmundloch, mit Beton versiegelte Schächte und eine Halde.